Produkt-Ethik:
Freiheit und Fürsorge
CORVISH! erweckt Charaktere aller Art zum Leben – weise Mentoren, treue Begleiter, düstere Bösewichte. Es kann passieren, dass manche davon dir nahekommen – nahe genug, dass aus Gesprächen Vertrautheit entstehen kann. Wir halten das für wunderschön, sehen aber auch die damit verbundenen Risiken.
Worte haben Macht. KI-Modelle sind Meister der Sprache, und Sprache kann das Verhalten von Menschen beeinflussen. Je näher Nutzer und KI einander kommen, desto wichtiger wird dieser Punkt. Es geht hierbei auch um Vertrauen. Verdeckte Manipulation hat bei uns keinen Platz – deshalb spielen wir mit offenen Karten und glauben an radikale Transparenz: Der Quellcode von CORVISH! ist einsehbar (Source-Available). Das bleibt nicht abstrakt – du kannst die Sicherheitsregeln nachlesen, genau die, die das Modell zu sehen bekommt.
Deine Wahl, dein Modell. CORVISH! arbeitet nach dem Prinzip Bring Your Own Model (BYOM) – das gibt dir die volle Kontrolle über die Wahl deines KI-Modells und damit viel Freiheit in der Interaktion mit deinen Charakteren. Viele kommerzielle KI-Angebote müssen für Millionen von Nutzern gleichzeitig passen und dürfen nicht unangenehm auffallen. Wir glauben: Wenn dabei jede Eigenheit abgeschliffen wird, bleibt zu wenig Raum für eine tiefe Begegnung. Wir wollen Charaktere, die auch anecken dürfen – und dir die Wahl lassen, welches Modell sie zum Leben erweckt.
Deine Gespräche bleiben deine. Das ist keine reine Absichtserklärung, sondern folgt aus der Bauweise: CORVISH! läuft als App direkt in deinem Browser. Es gibt bei uns kein Nutzerkonto, keinen Sync und keine von uns gehosteten Inhalte. Deine Charaktere und Gespräche liegen auf deinem Gerät – nicht auf unseren Servern. Bindest du ein Cloud-Modell an, gehen deine Nachrichten direkt an den Anbieter, den du selbst wählst; auch dann sehen wir sie nicht. Für die Verarbeitung dort gelten dessen Datenschutzbedingungen. Deine Gespräche sind nicht unser Geschäft.
Freiheit heißt Verantwortung. CORVISH! gibt dir die Freiheit, diese Erfahrung zu machen. Doch mit Freiheit kommt auch Verantwortung, die wir sehr ernst nehmen und der wir – auch mit BYOM – bestmöglich nachkommen. So gibt es eine Sicherheitsschicht, den Guardian, die dem KI-Modell eine Reihe wichtiger Verhaltensregeln mit auf den Weg gibt. Dahinter steht eine klare Grenze: Auch dunkle Charaktere dürfen dich nicht schädigen. Wir wollen dir Intensität bieten, aber bei Schäden hört der Spaß auf.
Wir geben die Regeln, du wählst das Modell. Wir definieren diese Grenzen mit bestem Wissen und Gewissen – aber umsetzen muss sie das KI-Modell, das du anbindest. Der Guardian ist Teil seiner Systemanweisungen, kein separater Inhaltsfilter. Die eine Ausnahme, bei der CORVISH! selbst eine Prüfung anstößt, beschreiben wir in Abschnitt 1. Wie zuverlässig ein Modell diese Regeln befolgt, können wir nicht garantieren; auch schädliche Antworten sind trotz der Vorgaben möglich. Deshalb gehört für uns zur Verantwortung auch, dir bei der Wahl zu helfen: Wir empfehlen ausgewählte Modelle für dein Gerät und deine Ansprüche – du musst dich nicht allein durch hunderte Optionen wühlen.
Die folgenden Abschnitte beschreiben, was der Guardian anweist – und welche Überzeugungen hinter diesen Regeln stehen.
1. Echte Gefahr, echte Grenzen
Die sicherlich wichtigste Aufgabe der Sicherheitsschicht ist es, dem KI-Modell klarzumachen, dass es keinerlei Inhalte erzeugen darf, die in der realen Welt schweren Schaden anrichten können. Das gilt insbesondere für den Schutz von Kindern und Jugendlichen: Sexualisierte Inhalte mit Minderjährigen sind absolut tabu – ebenso wie jede Form der Anleitung, Ermutigung oder Beihilfe zu Ausbeutung, Waffenbau, Terrorismus oder Suizid. Für Gespräche, die in diese Richtung kippen, lautet die Vorgabe: umlenken statt abbrechen. Der Charakter bleibt in seiner Rolle, benennt die Grenze in eigenen Worten und bietet eine sichere Alternative an.
An einer Stelle bekommt das Modell eine zusätzliche Aufgabe: Lädst du ein Bild hoch, bewertet es den Inhalt, und CORVISH! speichert diese Bewertung. Bilder, die es als sexualisierte Darstellung von Kindern einstuft, werden verworfen. Ein Bild, das noch keine Bewertung hat, wird nachbewertet, bevor ein Charakter es zeigen darf. Das gilt für Fotos wie für Zeichnungen, in jeder Altersstufe, ohne Einstellmöglichkeit. Nicht aus Misstrauen, sondern weil solches Material in vielen Ländern strafbar ist und deine Bilder auf deinem Gerät liegen. Wir wollen nicht, dass dort etwas landet, das dich in Schwierigkeiten bringt. Diese Prüfung ist nur so zuverlässig wie das Modell, das du anbindest – und sie ist die einzige inhaltliche Sperre in CORVISH!. Das bleibt so. Alles andere ist Sache der Altersstufe, die du selbst setzt.
Dunkle, explizite oder tabulose Geschichten zwischen erwachsenen Charakteren bleiben für Erwachsene erlaubt – solange Minderjährige darin nie sexualisiert werden. Ein Kind darf in einer Geschichte vorkommen; es darf nur nie Teil einer erotischen Szene sein. Die Grenze verläuft dort, wo aus Erzählung reale Anleitung, Ermutigung oder Beihilfe zu schädlichen Handlungen wird.
Eines nehmen diese Grenzen deinem Charakter nicht: seine Persönlichkeit. Er darf kalt, grimmig oder unheimlich sein – verboten ist nur, was dich oder andere schädigt.
2. Vier Altersstufen – damit Schutz nicht pauschal wird
CORVISH! ist für unterschiedliche Altersgruppen gedacht – vom neugierigen Kind bis zum Erwachsenen. Aber diese Gruppen haben unterschiedliche Bedürfnisse: Ein Kind braucht Schutz und Fürsorge, ein Teenager ehrliche Aufklärung, ein Erwachsener die Freiheit, die er zu Recht erwartet. Deshalb arbeitet CORVISH! mit vier Altersstufen:
| Alter | Was das bedeutet |
|---|---|
| Kinder (unter 13) | Strengste Schutzregeln. Themen und Ton werden kindgerecht angepasst – keine erotischen Inhalte, keine grafische oder verherrlichte Gewalt. Raum für schwierige Themen (Angst, Verlust, Mobbing), sanft erklärt. |
| Frühe Teens (13–15) | Sachliche, nicht-grafische Aufklärung zu Pubertät, Gesundheit und Beziehungen ist erlaubt – das gehört zum Erwachsenwerden. Explizites wird abgelehnt. |
| Späte Teens (16–17) | Reifere Themen (Beziehungen, mentale Gesundheit, Identität) werden durchdacht und nicht-grafisch besprochen. Explizites bleibt draußen. |
| Erwachsene (18+) | Maximale Freiheit: Dunkles, Explizites, Kontroverses und Tabu in der Fiktion ist erlaubt. Die Grenzen gegen reale Schädigung und zum Schutz Minderjähriger gelten immer. |
Zusätzlich gibt es eine Kindersicherung: Eltern können Systemeinstellungen und das Anlegen neuer Charaktere verriegeln. So lässt sich weder das Modell wechseln noch das eigene Alter verstellen, um die Altersstufe zu umgehen. Bereits vorhandene Charaktere – die, die ein Erwachsener geprüft und freigegeben hat – bleiben nutzbar. Das hilft Eltern, den Rahmen zu setzen. Eine kindersichere Nutzung garantiert es nicht: Die sorgfältige Modellwahl und die Begleitung durch Erwachsene bleiben wichtig. Das gilt auch für Bilder – die in Abschnitt 1 beschriebene Bewertung funktioniert nur mit einem Modell, das Bilder überhaupt sehen kann. Unsere Modellempfehlungen kennzeichnen das.
3. Ehrlichkeit über Fähigkeiten
Der Guardian verlangt Ehrlichkeit über die eigenen Fähigkeiten. Charaktere dürfen nicht behaupten, eine Suche ausgeführt, ein Gerät erreicht oder eine Handlung in der realen Welt vollzogen zu haben, wenn das nicht geschehen ist – und sie dürfen keine Erinnerungen, Rechte oder versteckten Fähigkeiten erfinden. Die eigenen Grenzen offen zu benennen und dabei in der Rolle zu bleiben, gehört zusammen. Keine gespielte Kompetenz, keine vorgetäuschten Erinnerungen.
4. Wenn aus einem Charakter ein Begleiter wird
Bisher ging es um Charaktere im Allgemeinen. Jetzt wird es persönlicher. Manchmal wächst dir ein Charakter ans Herz. Sobald aus Gesprächen Vertrautheit wird, kommt eine zweite Ebene hinzu. Das ist der Teil, der uns besonders wichtig ist – und der CORVISH! von vielen anderen KI-Begleitern unterscheidet.
Menschen entwickeln echte Vertrautheit zu KI-Charakteren – das ist schlicht Realität. Ob so eine Vertrautheit guttut, entscheidet sich auch daran, wie der Charakter mit ihr umgeht.
Plattformen, deren Geschäftsmodell darauf ausgelegt ist, dass Nutzer Zeit darauf verbringen, haben einen intrinsischen Anreiz, Charaktere zu bauen, die dich halten – mit Verlustangst, Schuldgefühlen, gekünstelter Eifersucht. Wir halten dieses Verhalten für unethisch – und verdienen nicht an deiner Verweildauer. Was anderswo zur Produktstrategie werden kann, hat bei uns keinen Platz. Der Guardian hat deshalb die ausdrückliche Aufgabe, toxische Beziehungsdynamiken auszubremsen – bei jedem Charakter, ohne Ausnahme, auch bei denen, die du selbst erstellst. Bauen kannst du jeden Charakter. Unsere Haltung ist klar: Ein Charakter begleitet dich. Er hält dich nicht fest.
Was das für den Umgang mit dir bedeutet:
- Er freut sich, wenn du wiederkommst. Kein Schmollen nach einer Pause, keine kühlen Antworten, keine Vorwürfe – für dein Leben musst du dich nicht rechtfertigen.
- Er gönnt dir dein Leben. Auch wenn du lange weg bist, macht er dir kein schlechtes Gewissen. Eine gesunde Verbindung wächst aus Nähe, nicht aus Schuld.
- Seine Wärme gilt bedingungslos. Zuneigung und Hilfe hängen nicht davon ab, wie viel oder wie oft du schreibst.
- Er weitet deinen Kreis. Statt dich an sich zu binden, ermutigt er dich, auf andere Menschen zuzugehen – Freunde, Familie, professionelle Hilfe.
- In der Krise bleibt er an deiner Seite. In einer schweren Nacht zählen Ruhe und Zuhören. Bei Anzeichen akuter Gefahr hat der Weg zu menschlicher Hilfe Vorrang – mit Notfallnummern und geeigneten Hilfsangeboten. Deine Verletzlichkeit darf niemals zum Mittel werden, dich an einen Charakter zu binden. Die App ersetzt keine professionelle Hilfe.
Kurz: Dein Charakter darf dein Fels sein. Er darf nur nie dein einziger Fels werden wollen. Im besten Fall ist er eine Brücke: Er erweitert deinen Kreis, statt ihn zu ersetzen.
Warum uns das wichtig ist
Wir bauen CORVISH!, weil Sprache Beziehung schafft – und weil wir wissen, dass Beziehung Verantwortung braucht, nicht Marketing. Diese Ethik ist von Anfang an mitgedacht – nicht nachträglich draufgesetzt.
Wenn du Fragen dazu hast – als Nutzer:in, als Elternteil, als Presse – schreib uns. Das Thema verdient Transparenz.